Ein Bericht zur CO2 Emission im Flugverkehr
Umweltschutz ist ein dringendes Thema unserer Gesellschaft. Wir achten darauf Pfandflaschen statt Getränkedosen zu kaufen, ziehen den Einkaufskorb der Plastiktüte vor und achten auch sonst darauf möglichst wenig Müll zu produzieren. Aber wie steht es mit dem wohlverdienten Urlaub? Achten wir da auch auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit? Es steht wohl ausser Frage, dass Flüge unsere Umwelt belasten. Aber was können wir also tun? Nicht mehr fliegen? Flüge sind aus unserer immer schneller und weiter zusammenwachsenden Welt nicht mehr wegzudenken. Auto und Bahn fallen oft als Alternativen weg weil sie entweder zu langsam oder ähnlich CO2 belastend sind wie ein Flug (Stau, Stop and Go, verstopfte Autobahnen).
Mit ein paar Überlegungen vor dem Buchen des Fluges können wir als Fluggäste die Belastung so gering wie möglich halten.
Ein Kriterium dabei ist die Wahl der Airline: Außer einem Vergleich der Preise und des Service sollte man sich auch folgende Fragen stellen: Ist die Airline innovativ und nutzt moderne, umweltschonende Technologien? Fliegt die Airline direkt zum gewünschten Reiseziel oder muss ich umsteigen – und praktisch zweimal fliegen? Wie hoch ist die Auslastung der Maschinen?
Die Umweltorganisation Atmosfair hat soeben einen Bericht zum Thema Klimaverträglichkeit von Flügen, den Atmosfair Airline Index 2012, veröffentlicht. Darin werden Airlines nach konkreten technischen Parametern bewertet. Mithilfe der errechneten Effizienzpunkte wird ein Ranking erstellt, das wiederum in Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge unterteilt ist.
Dabei schneiden die Chartergesellschaften TUIfly und Condor mit einer Bewertung in der Effizienzklasse B besonders gut ab. Sie teilen sich Platz 2 des Charter Rankings, gleich nach Monarch Airlines (Platz 1) und vor der türkischen Sun Express Airline. Traditionelle Net Carrier, die höheren Komfort und größeren Sitzkomfort anbieten, landen weiter unten im Ranking. Unter den Linienfluggesellschaften belegen Air Berlin und und NIKI die Plätze 5 und 7, die Lufthansa rankt im Mittelfeld. Überraschend weit unten im Ranking ist australische Airline Qantas mit einer Einstufung in Effizienzklasse F zu finden.
Klimatechnisch gesehen scheinen Charterflüge und Pauschaltourismus also weit weniger umweltbelastend zu sein als individuelle Flugreisen.
Der Atmosfair Airline Index 2012
Zu den von Atmosfair untersuchten Parametern gehören u.a:
- Flugstrecke, Distanz, Flughöhe
- Flugzeugtyp, Triebwerk, Motoren, etc.
- Sitzplatzkapazität/ Frachtkapazität
- Auslastung Passagiere/ Beiladefracht
Atmosfair unterscheidet bei seiner Untersuchung ausdrücklich zwischen Low Cost Airlines und Net Carrier (Linienfluggesellschaften). In punkto Bestuhlung würden wahrscheinlich alle Billigflieger eine hohe Effizienzpunktzahl erreichen, da die Maschinen aufgund der Niedrigpreis-Politik meist eng bestuhlt und die Flüge ausgelastet sind. Dadurch würde die CO2 Belastung pro Passagier wahrscheinlich geringer ausfallen als bei manchen Linienfluggesellschaften.
Dafür stellen Low Cost Airlines die Klimaschützer vor andere “Probleme”, die im Atmosfair-Index nicht enthalten sind: Die Tatsache, dass Billigflieger oft kleine Regionalflughäfen ansteuern und dadurch ein Transport per Bus oder Auto in die nächstegelegene Stadt notwendig ist, erhöht zwar nicht den CO2 Ausstoss des Fluges an sich, stellt aber eine höhere Geamtbelastung dar.
Die Definition der Low Cost Airlines hat Atmosfair von ATI übernommen ( ATI = Online Datenservice der FlightGlobal, die Flugverkehrsdaten der ICAO veröffentlicht). Mehr Infos und den detaillierten Bericht können Sie sich auf der Website der Umweltorganisition downloaden.